Hebrondamnitz - Geschichte des Ortes

In seinem Buch: "Der Landkreis Stolp in Pommern" - Zeugnisse seiner deutschen Vergangenheit - schreibt Herr Karl-Heinz Pagel auf Seite 562 unter anderem zu Hebrondamnitz:

Hebrondamnitz, Landkreis Stolp i. Pommern:

In der weiten Ebene östlich von Stolp liegt zwischen Stolpe und Lupow am Ufer des Karstnitz-Baches die Gemeinde Hebrondamnitz. Zu der Gemeinde gehörte östlich des Ortes ein großes Waldgebiet: der Hebrondamnitzer Forst. Die vom Lupow-Übergang Dammen kommende Straße führte durch das Dorf hindurch südwärts zur Lauenburger Chaussee.

Historie:
Der historischen Dorfform nach ist Hebrondamnitz ein kleines Gassendorf. 1407 werden Pribe und Woldach Kuseke zu lüthen Damnitze genannt. 1469 belehnte der Pommernherzog Erich die Gebrüder Klaus und Lorenz von Stojentin mit mehreren Dörfern, zu denen auch Damnitz gehörte. 1485 und 1585 war es im Besitz der von Schwave.
Als nach der Hinrichtung der Königin Maria Stuart (1587) ihre Anhänger verfolgt wurden, floh der schottische Edelmann Hepburn nach Stargard, wo er eine reiche Kaufmannstochter heiratete. 
Sein Sohn war im Dreißigjährigen Kriege kaiserlicher Obrist und erwarb nach der Besetzung Pommerns durch die Kaiserlichen das Gut Damnitz. Noch während des Krieges ist er dort an der Pest gestorben. Der prunkvolle Deckel seines Sarges mit der Inschrift seiner Lebensdaten wurde 1925 bei Entwässerungsarbeiten in den Sageritzer Wiesen gefunden. Nach dem Obristen Hepburn nannte man den Ort
Hepburn-Damnitz bzw. Hebrondamnitz.

Im 18. Jahrhundert ging das Gut an Johann von Hainsky, Siegfried von Hainsky und dessen Tochter Henrietta Dorothea über, die sich in zweiter Ehe mit dem Landrat Friedrich Bogislaw von Puttkamer vermählte.
Am Ende des achtzehnten Jahrhunderts befand sich Hebrondamnitz also im Besitz der von Puttkamer.
Es hatte um 1784 ein Vorwerk, eine Wassermühle sechs Bauern, vier Halbbauern, drei Kossäten, eine Schmiede, einen Schulmeister, insgesamt 24 Feuerstellen.
1835 erwarb es der Oberstleutnant Heinrich Karl Philip von Damnitz für 12000 Taler. Die letzten Besitzer waren laut Güteradreßbuch 1884 Richard von Blankensee, 1910 Freiherr Karl von Gamp, 1924 Klara Freifrau von Gamp-Massaunen und 1938 Armster-Gamp.
Das Restgut hatte 750 ha Fläche. Diese setzten sich zusammen aus 55 ha Ackerland und 695 ha Wald. 

Kirche:
Die Dorfbevölkerung war überwiegend evangelisch. Im Jahre 1925 hatte Hebrondamnitz vierzehn Bewohner katholischer Konfession (2,4 v.H.). Es gehörte zum Kirchspiel Dammen und damit zum Kirchenkreis Stolp-Altstadt. 
1906/07 entstand im Park zu Hebrondamnitz eine neugotische Kapelle, die von Dammen aus betreut wurde.

Schule:
Die Volksschule war dreistufig. Im Jahre 1932 hatte sie drei Klassen und zwei Lehrer, die 134 Schulkinder unterrichteten.

Denkmal und Heldenhalle:
Ein Werk neuerer Kunst war das Denkmal am Grabe des Freiherrn von Gamp in Hebrondamnitz, das von dem Berliner Künstler Fritz Klimsch stammt. Es zeigte eine überlebensgroße Männergestalt, die auf einem hohen Sockel aus Muschelkalk niederkniet. "Vor Schmerz über das zusammengebrochene und so tief gedemütigte Deutschland scheint sie in sich versunken und schaut nun sinnend und trauernd vor sich nieder.
Es dünkt uns, als ob wir in den Gesichtszügen lesen können, wie weh ihm die Gedanken über die uns angetane Schmach in die Seele schneiden." Diese Worte, 1921 von dem Stolper Künstler Hans Hardow niedergeschrieben, haben ihre Bedeutung über das Jahr 1945 hinweg behalten. 
Das Denkmal wurde von den Polen nach Stolp verschleppt und in einer Blumenanlage aufgestellt, wo früher das Wallhaus gestanden hat. Dort steht es nun und erinnert an das 1918 zusammengebrochene Deutschland und an das Schicksal des Reiches am Ende des Zweiten Weltkriegs. Damit ist es zugleich ein Mahnmal für alle, die 1945/46 ein Opfer von Vertreibung und Gewalt geworden sind.

Hebrondamnitz hatte einen mustergültig eingerichteten Sportplatz, für den die Baronin von Gamp dreizehn Morgen Land neben einem breiten Waldstreifen zur Verfügung gestellt hatte. Der Platz war mit 27 Eichen bepflanzt, die an ihrem Fuß je einen Denkstein mit dem Namen und Datum des Todes je eines Gefallenen des Ersten Weltkrieges trug. Eine acht Meter breite Freitreppe führte zu einer Heldenhalle, die in schlichter Ausführung auf einer großen Tafel der Gefallenen des Landkreises gedachte.