Meine Jugendzeit nach Hebrondamnitz

Im Frühjahr 1947 wurde die Vertreibung der Deutschen aus den Gebieten Hinterpommerns auch für uns aktuell. Mitnehmen konnten wir nur so viel, wie wir tragen konnten. Von Stolp aus wurden wir mit Güterwagen nach Deutschland abtransportiert und landeten in Hoyerswerda in einem Aufnahmelager.  Im Spätsommer wurden die Lagerbewohner gruppenweise aufgeteilt und wir kamen nach Sachsen, konkret nach Mergendorf bei Riesa.  Zunächst wurden wir in einer Scheune untergebracht und dann erhielten wir nach erneuter Aufteilung ein möbliertes Zimmer. Dann kam unsere Vater aus der Kriegsgefangenschaft zu uns. Nun erhielten wir ein Zimmer und eine kleine Küche in einem Bauernhof. Dort wohnten wir bis 1958. Es kamen noch weitere Geschwister hinzu und wir erhielten dann in Riesa endlich eine richtige Wohnung.

Die Schule habe ich in Riesa besucht, mit täglich 2 mal 2 km Schulweg. Einen Schulbus gab es damals nicht. Danach erlernte ich im Reifenwerk in Riesa, in dem mein Vater als Meister im Mischbetrieb tätig war, meinen Beruf und arbeitete anschließend einige Jahre als Reifenmacherin. Später machte ich noch eine Ausbildung zur Industriekauffrau und suchte mir eine neue Tätigkeit im VEB Robotron-Elektronik Riesa.


Meine 2. Klasse
in der Pestalozzischule
in Riesa